Januar 2016 – Achtsamkeitsübung

Gewaltfreie Kommunikation ist nach meinem Verständnis weit mehr, als zu lernen, sich in den vier Schritten (Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte) auszudrücken.  Anfangs dienen die vier Schritte vorallem des Schärfens unseres Bewusstseins und der Selbstklärung. Sie unterstützen uns jedoch vor allem dabei, in eine Haltung zu kommen, die auf den achtsamen Umgang mit uns selbst und anderen ausgerichtet ist.

Achtsamkeitsübung

Mit der Übung des Monats Januar 2016 möchte ich zu einer Achtsamkeitsübung anregen, wahrzunehmen, wie es uns selbst gerade geht und was wir brauchen. All zu oft geht vielen von uns im Alltag das eigene Gespür dafür, wie es uns jetzt gerade geht, völlig verloren.

Dabei ist der achtsame Umgang mit uns selbst so wichtig., denn wir erlangen Klarheit über unseren Bedürfnishaushalt und schaffen so eine Basis, gut für uns zu sorgen. Nur wenn unsere eigenen Bedürfnistöpfe gut gefüllt sind, verfügen wir auch über die Kapazität, anderen achtsam und mit Wohlwollen zu begegnen.

Bedüfnistöpfe

Achtsamkeitsübung – So geht`s…

Was sie für diese Achtsamkeitsübung brauchen, ist eine Möglichkeit, sich in irgendeiner Form eine Erinnerung einzustellen. Dies kann zum Beispiel mittels der Weckfunktion Ihres Handys, einem digitalen Kalendereintrag (Serientermin) oder einem Wecker passieren und zur Not tut es auch eine Eieruhr.

  • Stellen Sie sich nun für tagsüber eine Erinnerung auf alle 1 – 1,5  Stunden ein
  • Wählen Sie für die Erinnerung, wenn möglich, einen angenehmen Ton z.B. einen Gong aus
  • Wann immer nun Ihr persönliches Erinnerungssignal ertönt, gehen Sie wie folgt vor:
    • Schließen Sie für wenige Sekunden / einen kurzen Moment die Augen
    • Nehmen Sie wahr, wie sich jetzt gerade in diesem Augenblick fühlen
    • Atmen Sie zwei bis dreimal tief durch und erlauben Sie sich, das Gefühl wirklich zu spüren

Wenn Sie ein wenig Übung in der Wahrnehmung Ihrer Gefühle haben und Sie diese ohne große Mühe zum Beispiel während Ihrer Arbeit durchführen können, lässt sich die Übung auch erweitern:

  • Schließen Sie für wenige Sekunden / einen kurzen Moment die Augen
  • Nehmen Sie wahr, wie sich jetzt gerade in diesem Augenblick fühlen
  • Atmen Sie zwei bis dreimal tief durch und erlauben Sie sich, das Gefühl wirklich zu spüren
    • Ist es ein angenehmes Gefühl?
      • Falls ja, welches Bedürfnis ist für Sie gerade erfüllt?
      • Spüren Sie dem nach und gönnen Sie sich zwei oder drei Atemzüge, um zu feiern.
    • Ist es ein unangenehmes Gefühl?
      • Fragen Sie sich, was Sie jetzt gerade brauchen. Wonach sehnen Sie sich in diesem Augenblick?
      • Nach ein wenig Übung in der Wahrnehmung Ihrer Bedürfnisse, schließen Sie mit der Übung ab, in dem Sie zwei oder drei Mal bewusst durchatmen und überlegen Sie sich direkt im Anschluss, wie sie jetzt gut für dieses Bedürfnis sorgen können und dann tun Sie es.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Üben und einen stets achtsamen Umgang mit sich selbst.

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