Schreckensnachricht, so schnell kam alles anders

Nachdem ich am 20. März beim Giraffenclub Niederrhein dabei war, wollte ich eigentlich gleich weiterreisen. Dann aber hörte ich, dass Dirk montags am Knie operiert werden sollte und so entschied ich mich in Rücksprache mit Anke noch in Alpen zu bleiben. Eigentlich wollte ich Dirk nach seiner OP dann im Krankenhaus überraschen, aber dann kam alles ganz anders…

Schreckensnachricht

Am Montagmorgen machten sich Melanie und Dirk wie geplant auf den Weg ins Krankenhaus. Kurze Zeit später waren sie jedoch völlig überraschen schon wieder zu Hause. Ich war sehr überrascht, denn Beide waren sehr aufgeregt und kurz angebunden. Ich erfuhr lediglich, dass es einen schrecklichen Unfall gegeben habe und die beiden sich direkt auf den Weg nach Köln in die Uniklinik aufmachen wollten. Dirks OP wurde deswegen abgesagt.

Später am Abend hörte ich dann, was passiert war. Andreas, der Lebensgefährte von Melanies Mama, hatte morgens auf dem Weg zur Arbeit einen sehr schweren Motorradunfall und es war nicht klar, ob er die schweren Verletzungen überhaupt überleben würde. Die nächsten Tage waren für alle sehr anstrengend und geprägt von Hilflosigkeit und der Sorge um Andreas. Das mitzuerleben war hart und ich konnte mich darin üben nicht mitzuleiden, sondern einfach präsent zu sein. Ich spürte, dass es hilfreich war hier zu sein.

In den Tagen nach der Schreckensnachricht hatte ich Gelegenheit Melanie am PC über die Schulter zu schauen und die Anteilnahme von Menschen aus Melanies virtueller GFK-Gruppe auf Facebook zu erleben. Das hat mich sehr berührt. Ohne große Worte war da eine Präsenz in der Gruppe, die ich mir im Internet hätte niemals vorstellen können. Wenn ich darüber nachdenke, bin ich immer noch ganz gerührt und dankbar.

Nach einigen Tagen, in denen es erst keine Veränderungen gab, keimte dann endlich ein wenig Hoffnung auf. Die ersten positiven Veränderungen: ein erstes vorsichtiges Mitatmen zu den Beatmungsgeräten, ein Zwinkern, ein kurzer Händedruck… Wahnsinn, welch große Wirkung diese scheinbar so kleinen Veränderungen auf alle Beteiligten hatten. Ist es nicht unglaublich selbstverständlich für uns, dass wir atmen können?

Nachdem klar war, dass Andreas sicherlich noch viel Zeit im Krankenhaus verbringen muss, kehrte langsam ein wenig Alltag ein.

4. Bonner GFK-Tag

Melanie hatte sich in der Zwischenzeit auch entschieden ihren längst geplanten BeitragsbildWorkshop auf dem Bonner GFK-Tag trotzdem durchzuführen. Ein wenig mulmig war ihr dabei schon, deswegen fuhr ich kurzer Hand mit. Ich durfte dann in der Mitte des Workshops sitzen und die Teilnehmer beim Thema „Meinen Bedürfnissen auf der Spur“ zuhören und lernen, was der Unterschied zwischen Bedürfnissen und Strategien ist und wie wir unsere Urteile über andere in Bedürfnisse umwandeln können. Das war großartig! Die Teilnehmer waren so aufgeschlossen und es gab einen angeregten  Austausch. Am Ende waren alle zufrieden und eine Teilnehmerin brachte sogar auf ganz wunderbare Weise ihre Dankbarkeit zum Ausdruck. *seufz*

Zurück in Alpen ist mir inzwischen allerdings ganz schön langweilig geworden. Melanie und Dirk arbeiten beide viel und so bleibt kaum Zeit für mich. Deswegen will ich nun auch bald weiter. Aber den GFK-Praxistag zum Thema Selbstempathie am kommenden Samstag werde ich noch mitmachen, denn Selbstempathie ist doch irgendwie ein immer aktuelles Thema. Aber gleich danach werde ich weiterreisen!

Ich freue mich auch schon sehr auf meine nächsten Gastgeber…

Herzliche Grüße,
Eure Lucy

 

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1 Kommentar auf "Schreckensnachricht, so schnell kam alles anders"

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J. A.
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Liebe Lucy ich hoffe dem Andreas geht es langsam aber stetig besser. Ich finde es toll, wie dass du Melanie und Dirk in dieser schweren Zeit beistandest. Präsent zu sein statt mitzuleiden ist in meinen Augen eine große Herausforderung. Dass du das anscheinend so gut geschafft hast macht dich für mich auch zu einem Vorbild! Eine Gefahr beim Mitleiden ist ja auch in den Helfer-Syndrom-Modus zu verfallen. Dies Klippe brauchtest du ja glücklicherweise dann gar nicht zu umschiffen. Da du ja auch am Selbstempathie-Tag teil nimmst darf ich mich ja nun schon auf zwei Personen freuen, die ich neu live… Weiterlesen »
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