Giraffenohren – Interaktive Übung

Eine Grundannahme der Gewaltfreien Kommunikation ist, dass alles was ein Mensch sagt – unabhängig davon wie er es ausdrückt – immer auch ein Ausdruck seiner Bedürfnisse ist.

Leider drücken viele Menschen sich auf eine Art und Weise aus, die es uns schwer macht, die Bedürfnisse zu hören. Typische Beispiele dafür sind Urteile, Kritik, Vorwürfe und einiges mehr. Diese Art zu kommunizieren, bezeichnete Marshall B. Rosenberg auch als „tragischer Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse“. Tragisch, weil sich die Chancen, dass die so kommunizierten Bedürfnisse tatsächlich gehört und wir mit Freude zu ihrer Erfüllung beitragen möchte, drastisch reduziert.

Menschen, die sich mit der Gewaltfreien Kommunikation auseinandersetzen, üben sich jedoch auch darin Verantwortung zu übernehmen, wie sie das, was sie hören, aufnehmen wollen und wie sie anschließend darauf reagieren möchten.

Wir können uns daher entscheiden Giraffenohren aufzusetzen und bei allem was wir hören, versuchen die Bedürfnisse herauszuhören, die unser Gegenüber gerade auf so tragische Weise ausdrückt.

Giraffenohren

Wenn die Giraffenohren gut geputzt sind, so können selbst hinter Sätzen wie:

  • „Du bist wirklich unzuverlässig!“
  • „Das Du wieder alles schlecht reden musst, war ja klar.“

die lebensbereichernden Bedürfnisse hören und das, was unser Gegenüber gerade fühlt und braucht.

Mit dieser Übung möchte ich dazu anregen, Sätze zu finden, bei denen es Ihnen vielleicht schwer fällt, die dahinter liegenden Bedürfnisse zu hören und diese in das Kommentarfeld zu schreiben. Jemand anders kann dann seine Giraffenohren aufsetzen und seine Vermutung bzw. über das dahinter liegende Bedürfnis äußern.

Ein erstes Beispiel findet Ihr im Anschluss an diesen Artikel im Kommentar.

Ich hoffe, es finden sich viele übungsfreudige Menschen und wünsche viel Freude und gerne auch das ein oder andere AHA-Erlebnis. 😉

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31 Kommentare auf "Giraffenohren – Interaktive Übung"

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Susanne
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„Seien Sie doch nicht so aggressiv!“

Beate vom Bruck
Guest

„Seien Sie doch nicht so agressiv“
Gefühl: erschrocken, ängstlich, angespannt, besorgt, verstimmt
Bedürfnis: Friede, Harmonie, Ruhe

Susanne
Guest

„Du hast doch nur ne große Klappe, und sonst gar nichts!“

Beate vom Bruck
Guest

„Du hast doch nur ne große Klappe, sonst gar nichts“
Gefühl: Ärger, genervt,
Bedürfnis: Kongruenz, Sinnhaftigkeit, Zuverlässigkeit, Unterstützung,

Susanne
Guest

„Das finde ich schön!“

Ingrid
Guest

„Ich will einfach mal Gerechtigkeit!“

Christel Heil
Guest

Gefühle: ärgerlich, frustriert, verletzt
Bedürfnisse: Gleichwertigkeit, Harmonie

Walter
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Wie du willst ….

Susanne
Guest

Mögliche Gefühle: frustriert, resigniert, zufrieden, hoffnungslos, entmutigt… ?
Mögliche Bedürfnisse: Beitrag leisten, Akzeptanz, Rücksichtnahme, Perspektive, Wirksamkeit, Hoffnung ?

Walter
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Spar Dir Deine Kommentare

Heike
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„Das Du wieder alles schlecht reden musst, war ja klar.“

Mögliche Gefühle sehe ich hier – verstimmt, entmutigt, verunsichert, gestresst, ärgerlich, genervt…

Bedürfnisse können hier sein – Wertschätzung/Würdigung, aufrichtiges Feedback, Unterstützung, Akzeptanz – angenommen werden, wie man ist.

Christel Heil
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Ich sehe auch Enttäuschung und als Bedürfnis Wirksamkeit und Unterstützung.

Carsten
Guest

Gute Idee, aber für mich ist das nichts. Ich wünsche mir grundsätzlich gfK und wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt wird, dann kann ich nicht mit Giraffenohren auf jemanden anderen eingehen. Dann kann ich höchstens mitfühlend meine Gefühle, meine Reaktion von Trauer oder Wut ausdrücken.

Guest

Hallo Carsten, danke für Deine Rückmeldung zur Übung. 🙂
Kann es sein, dass alleine der Gedanke daran, dass sich jemandem „wölfisch“ ausdrückt bei Dir Frustration auslöst, weil Du DIr Insgesamt einen so ganz anderen Umgang miteinander wünschst?

Beate vom Bruck
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„Mach dir nicht so viele Gedanken!“

Beate vom Bruck
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„Das bildest du dir alles nur ein.“

Walter
Guest

Mögliche Gefühle: bedrückt, beklommen, besorgt, erschreckt, hilflos, erstarrt, mutlos, sorgenvoll, unruhig, verspannt. Mögliche Bedürfnisse: Ruhe, Entspannung, Unterstützung, Ausgleich, Beitragen, Leichtigkeit.

Beate vom Bruck
Guest

„Das ist doch Quatsch, was du da sagst!“

Gabriele
Guest

Gefühl: beunruhigt
Bedürfnis: Klarheit, Sinn

Beate
Guest

„Dass du alles schlecht reden musst, war ja klar!“

Gabriele
Guest

Gefühl. unwohl, sauer, betrübt
Bedürnis: Verständnis

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