Bewertungen auf Basis von Bedürfnissen

Bewertung auf Basis von Bedürfnissen

In der Gewaltfreien Kommunikation lernen wir im ersten Schritt, unsere Beobachtung von Bewertungen zu trennen. So wird sichergestellt, dass das, was wir mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen, von unseren eigenen Interpretationen und Gedanken trennen. Wenn wir dann unsere Beobachtung ausdrücken, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass unser Gegenüber unsere Wahrnehmung teilt und das Gesagte nicht als Kritik auffasst.

Die GFK erhebt aber nicht den Anspruch, dass wir uns das Bewerten von Situation abgewöhnen, was sicherlich weder erstrebenswert, noch möglich zu sein scheint. Vielmehr regt sie uns an, uns unserer Urteile bewusst werden. Ganz besonders, wenn es sich dabei um moralische Urteile handelt. Moralische Urteile erheben uns so zu sagen zum Richter über das, was sein sollte, sein darf, oder das was richtig oder falsch ist.

Bewertungen auf Basis von BedürfnissenBewertungen auf Basis von Bedürfnissen hingegen ermöglichen uns, darüber klar zu werden, was uns wichtig ist, und versetzen uns in die Lage, das auch zu äußern. Wir können diese dann ausdrücken, ohne jemand anderes dafür zu verurteilen, wie es uns geht, und übernehmen selbst die Verantwortung für das, was wir fühlen.

Beispiel 1

Bewertungen auf Basis moralischer Urteile
„Ich bin stinke sauer, wenn Du mich ständig unterbrichst. Es gehört zum guten Ton, einander ausreden zu lassen.“

Bewertungen auf Basis von Bedürfnissen
„Wenn ich merke, dass Du mich nun zum dritten Mal unterbrichst, dann bin ich frustriert, weil ich auch etwas zu unserem Gespräch beitragen möchte.“

Beispiel 2

Bewertungen auf Basis moralischer Urteile
„Benimm` Dich und lass` die anderen jetzt mitspielen.“

Bewertungen auf Basis von Bedürfnissen
„Tobias, ich bin traurig, wenn ich sehe, dass Klara nicht mitspielen darf. Mir ist wichtig, dass sich alle Kinder hier wohlfühlen.“

Anregung
Achten Sie doch einmal in der kommenden Zeit darauf, wann Sie über das Verhalten einer anderen Person ein moralisches Urteil aussprechen und versuchen Sie, zunächst für sich selbst zu ergründen, was Ihr dahinter liegendes Bedürfnis ist.

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